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Dysplasiesprechstunde

Pap 3d – Pap 4a – keine Panik, sondern Dysplasiezentrum kontaktieren

Als ich vor einigen Jahren an meinem Ratgeber „Frauen – Heilkräuter, Hausmittel und Hormone“ arbeitete, habe ich das Thema Gebärmutterhalskrebs und –vorsorge nur angekratzt. Denn in der täglichen Praxis wurde zwar immer wieder ganz nebenbei vom „schlechten Abstrich“,, von „3 B“ oder auch mal von „3 D“ erzählt, aber nach der ebenso beiläufigen Empfehlung, sich doch mal über die regenerierenden Zäpfchen einer renommierten Münchner Apotheke schlau zu machen, war das Thema Abstrich – zumindest in unserer Praxis – erledigt.
Aber nur ein halbes Jahr nach der E-Book-Veröffentlichung war mein eigener Abstrich „schlecht“, nämlich bei 3 d . Brav wandte ich meine eigenen Empfehlungen an und hatte keinen Zweifel daran, dass die nächste Untersuchung ein positiveres Ergebnis haben würde. Stattdessen rief mich meine damalige Frauenärztin eines Abends – es dürfte schon gegen acht Uhr gewesen sein – an, um mir mitzuteilen, dass der Befund wieder bei 3 D läge und sie mir „ganz dringend“ zu einer Konisation rate.
So dringend, dass sie sofort einen Termin für diesen Kegelschnitt festlegen wollte. „Übermorgen wäre Recht, kommen Sie bitte morgen für die Vorbesprechung“
Ich war entsetzt. Und meine Mann genauso. Der Abend war gelaufen, und wir tanzten artig am nächsten Tag zu dieser Vorbesprechung an. Dort kamen wir aber langsam wieder zur Besinnung und wagten zu fragen, ob man denn nicht noch genauere Untersuchungen machen könnte und alternative Heilmethoden ausprobieren könne, ehe da irgendwo geschnippelt würde.
Dafür wurden wir mit einem eisigen Blick gestraft. „Sicher kann man da jetzt noch mit einigem Zeit verschwenden“, bekamen wir zur Antwort, „aber letztendlich werden Sie doch nicht um den Kegelschnitt herumkommen“.
Das war genug Gefühllosigkeit, um wieder selbstständig zu denken. Wenn ich mir als Heilpraktikerin schon so Angst machen lasse, wie muss es da Ottilie-Normalpatientin gehen!
Immerhin geht es bei diesem Abstrich um die Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge. Wenn eine Ärztin ihre Patientin zu einer Operation drängt, müsste sie doch den begründeten Verdacht aufgrund von mehr oder weniger eindeutigen Indizien haben, dass da eine Krebserkrankung vorliegt, oder?
Also, was wird bei einem Abstrich eigentlich untersucht?
Am Muttermund, also am Eingang zum Gebärmutterhals, werden ein paar oberflächliche Zellen von der Schleimhaut abgekratzt und unter einem Mikroskop betrachtet.
Sehen diese Zellen ganz normal aus, dann ist der Abstrich „Pap 1“, also ein normales Zellbild, alles in Ordnung. Sind leichte Zellveränderungen sichtbar, wird schon vom Pap 2 gesprochen. Solche Zellveränderungen können durch Entzündungen entstehen, oder durch schlicht durch Gewebealterung, bzw. während der Regeneration alten Gewebes.
Sind die untersuchten Zellen deutlich durch Entzündung verändert, spricht man von Pap 3. Diese Stufe ist – je nach dem Grad der Zellveränderungen – eingeteilt in Pap 3a bis Pap 3d.
Wer das googelt, findet ebenso viele beruhigende wie beunruhigende Definitionen für die einzelnen Stufen. Nur in einer Sache scheinen sich alle sicher zu sein: Ein Pap 3 ist in jeder Stufe ein unklarer Befund und sollte näher untersucht werden, mindestens aber beobachtet werden. Denn wenn die Zellveränderungen schlimmer werden, könnten auch Krebszellen dabei sein.
Und: Bei Pap 3 d ist häufig ein HPV beteiligt, jene Humanen Papillomaviren, die im Verdacht stehen, Gebärmutterhalskrebs auszulösen.
Aber nach dem hat meine Frauenärztin gar nicht gesucht. Die wollte auf jeden Fall gleich „alles großräumig herausschneiden“
Ich googelte eine Weile, um herauszufinden, warum. Und stieß dabei auf das Thema „Dysplasiezentrum“. Das sind Frauenarztpraxen, die sich auf die nähere Untersuchung solcher „schlechter“ Abstrichbefunde spezialisiert haben.
In einer solchen Praxis gibt es ein sogenanntes Kolposkop, mit dem der Arzt viel gezielter Zellen aus einem verdächtigen Areal entnehmen kann, als bei einem normalen Abstrich.
In jeder größeren Stadt gibt es mindestens eine solche Praxis. Und wer sich mit einem Pap 3d in einer solchen Praxis meldet, bekommt auch sehr flott einen Termin.
So war es bei mir. Ich war angenehm überrascht, als sich auf meine Terminanfrage per E-Mail – an einem Freitagnachmittag – die Ärztin selbst bei mir meldete – an einem Samstagvormittag!! Sie beruhigte mich und wir vereinbarten einen Termin gleich in der darauf folgenden Woche.
Und dann wurde ich WIRKLICH untersucht. Dank des Kolposkops konnte ich am Monitor ein stark vergrößertes Bild meines Muttermund bestaunen.
Das verdächtige Areal wird bei einer solchen Untersuchung mit Essigsäure betupft, weil krankhafte Veränderungen oft erst dadurch sichtbar werden. Auf dem Bild sieht das dann etwas heller als die Umgebung aus.
Von diesem Bereich entnahm die Ärztin dann gezielt Abstriche – vor allem auch, um eine Infektion mit dem Humanen Papillomavirus auszuschließen – und auch eine Knipsbiopsie, das heißt, eine winzige Gewebeprobe. Hat gar nicht weh getan.
Die daraus vorgenommene mikroskopische Untersuchung nennt man Histologie und ergibt dann eine sichere Diagnose über den Schweregrad der Veränderung. Sie ist die Voraussetzung für die Festlegung der endgültigen Therapie – ob eine Konisation wirklich notwendig ist, oder nicht.
Bevor ich selbst betroffen war, habe ich von der Existenz solcher Dysplasiezentren nie etwas gehört. Auch in meiner normalen Frauenarztpraxis hat man mich nicht darauf hingewiesen, dass es weiterführende Untersuchungen nach der Diagnose Pap 3d oder auch Pap 4a überhaupt gibt.
Das Gefühl, das ich bei der Verkündung der Diagnose und dem Drängeln auf eine rasche Operation empfand, war – für mich jedenfalls – ganz furchtbar und ich bin sehr dankbar, dass ich danach im Dysplasiezentrum eine so einfühlsame und gründliche Betreuung erfuhr.
Diese Erfahrung hat mich dazu bewogen, diesen Beitrag zu schreiben, denn keine Frau sollte sich so hilflos fühlen müssen. Und das ausgerechnet in einer Situation, in der sie eigentlich Unterstützung und Kraft bräuchte.
Ja, es stimmt, Gebärmutterhalskrebs ist eine gefährliche Erkrankung, an der leider immer noch viel zu viele Frauen weltweit sterben.
Zum Glück entwickelt er sich aber sehr langsam. Gerade deshalb ist es so wichtig, regelmäßig zur Krebsvorsorge zu gehen. Denn wenn man das jährlich macht, kann ein „schlechter Abstrich“ kaum älter als ein Jahr sein. Und dann kann man auch mit einer Änderung der Lebensweise, alternativen Heilmethoden und einer Minimierung der Risikofaktoren darauf reagieren.
Und selbst wenn eine Konisation notwendig sein sollte: Von einem Dysplasie-Spezialisten mit modernsten Laserverfahren durchgeführt, ist das heutzutage nicht mehr vergleichbar mit den Horrorgeschichten, die da im Netz kursieren.
Also, keine Panik, keine Schnellschüsse! Erst mal Kontakt zur nächsten Dysplasiesprechstunde aufnehmen! Und bis Du diesen Termin hast, hinterfrage einfach mal den eigenen Lebensstil der letzten Jahre: Rauchst Du? Schläfst Du unregelmäßig oder evtl. nicht lang genug? Gibt es – vielleicht auch nur unterschwellige – Unverträglichkeiten oder Allergien? Gibt es schon länger andauernde psychische oder körperliche Belastungen? Wenn ja – arbeite umgehend daran!
Das Ausschalten solcher Risikofaktoren kann leider nicht eine tatsächlich notwendige Konisation ersetzen, aber es kann durchaus das Risiko vermindern, dass der Pap-Abstrich ein halbes Jahr später gleich wieder bei 3d liegt.
Wenn Du Fragen hast – schreib mir ruhig!
Alles Gute – Andrea

Was heißt schon gesunde Ernährung…

Gesunde Ernährung ist wichtig – im Grunde weiß das jedes Kind. Und sooft ich in der Praxis mit meinen Patienten das Thema Ernährung anschneide – immer heißt es: „Ja sicher, ich versuche schon, mich gesund zu ernähren!“

Immer die gleiche Antwort, egal, wie krank mein Gegenüber ist. Es kostet viel Überzeugungskraft und letztendlich einen gewaltigen Leidensdruck, bis jemand bereit ist, etwas Grundlegendes an seinen Ernährungsgewohnheiten zu ändern.

Ich selber war da lange Zeit nicht anders. Das lag zum einen an den großen Gesundheitsirrtümern, mit denen ich selbst großgezogen wurde – z.B. fettarm ist immer gleich gesünder, Obst ist gesund, Karotten sind gesund, Milch ist wichtig für die Knochen – zum anderen an den Ernährungsreligionen des letzten Jahrzehnts – vegetarisch, vegan, Paleo, Atkins, Low Carb – denen man sich gerade als Heilpraktikerin kaum gänzlich verschließen konnte. Und schließlich trug auch meine eigene Bequemlichkeit, die Unfähigkeit, mir eine radikale, konsequente Umstellung vorzustellen, dazu bei, dass ich so lange brauchte, bis ich endlich aufwachte.

Und das auch nur, weil der Leidensdruck durch meine rheumatische Erkrankung so groß war, dass es nicht mehr weiterging. Mein Körper machte einfach nicht mehr mit. Die Schmerzen waren unerträglich und dauerten schon so lange, dass ich mich gar nicht mehr erinnern konnte, wie sich das Leben ohne angefühlt hatte. In dieser schrecklichen Lebensphase las ich ein Buch von Dr. Max Gerson. Er beschreibt darin sehr anschaulich eine Versuchsreihe mit drei Rattengruppen.

Die erste Gruppe bekam in diesem Versuch ausschließlich frisches, ganzes Korn. An die zweite Gruppe wurde zwei Wochen altes Schrot verfüttert. Die dritte Gruppe erhielt über den gesamten Versuchszeitraum vier Wochen altes Auszugsmehl.

Das Ergebnis dieses Versuchs – der übrigens bereits vor über fünfzig jahren durchgeführt wurde – hat mich zutiefst erschüttert: Während sich die erste Gruppe – wie es Ratten eben so tun – exponentiell vermehrte, zeigte die zweite Gruppe dagegen schon einen deutlichen Rückgang der Fortpflanzungsfähigkeit. Die dritte Gruppe jedoch war nach erschreckend kurzer Zeit ausgestorben.

In Gersons Buch wird ausführlich die Wichtigkeit des Faktors Frische in der Ernährung erläutert. Er erklärt äußerst anschaulich die Funktion der nur in absolut frischen Nahrungsmitteln enthaltenen Enzyme und Vitamine für unseren Organismus. Alles in allem liefert dieses Buch genug Gründe, seinen täglichen Speiseplan kritisch zu hinterfragen. Aber gerade dieser Versuch mit den an sich unverwüstlichen Ratten ging mir nicht mehr aus dem Kopf.

In der Folgezeit lernte ich viel über Unverträglichkeiten – Getreidesorten, Lactose, Fructose, Histamin, Allergien und Kreuzallergien – und schaffte es auch endlich, alle meine persönlichen No-Gos zu identifizieren – das sind in meinem Fall leider viele – und konsequent von meinem Speiseplan zu streichen.

Unter anderem verzichte ich seitdem auf Weizen und Hafer. Aber da auch in gut sortierten Bäckereien kaum ein Brot zu finden ist, das beides nicht enthält, fing ich bald darauf an, mit mehr oder weniger Erfolg mein eigenes Brot zu backen.

Der Rattenversuch jedoch ging mir nicht mehr aus dem Kopf, und schließlich investierte ich in eine elektrische Getreidemühle. Ich hatte erst Bedenken, ob ich das relativ teure Ding auch wirklich regelmäßig verwenden würde, aber ich wurde sofort belohnt: Meine Brote aus Roggen und Dinkel schmeckten plötzlich einfach gut und blieben auch noch viel länger frisch, als jedes gekaufte Brot.

Während meine Familie anfangs immer noch parallel ein „Sicherheits-Brot“ kaufte, weil man nie vorher sagen konnte, ob meine Versuche dieses Mal klappen würden, ist sie heute mein größter Fan. Inzwischen mache ich auch Nudeln, Kekse und Kuchen aus frisch gemahlenem, manchmal auch gesiebtem Dinkel.

Ja, ich stehe dazu: in Zeiten von Vegan-, Low-Carb- und Paleo-Diäten backe ich als Heilpraktikerin Tartes und Kuchen aus Getreide, Butter und Eiern.

Ich vertrage kaum Fructose, kann keine Kuhmilch, Joghurt, Quark oder Käse von der Kuh essen, ich muss Sellerie, Karotten, Fenchel, Äpfel, Himbeeren, Tomaten, Kartoffeln, Paprika, Haselnüsse, Erdnüsse, Soja und jegliche Form von Schweinefleisch strikt vermeiden. Ich benutze keine Geschmacksverstärker, dosiere Omega-3-Fettsäuren hoch und Omega-6-Fettsäuren so niedrig wie möglich.

Und trotzdem – oder gerade deswegen – koche ich heute so kreativ, abwechslungsreich und gut wie nie zuvor. Komplett ohne Ernährungsreligion, denn erlaubt ist alles, was mir keine Schmerzen bereitet. Mir geht es so gut wie noch nie in meinem Leben, denn offenbar hatte ich unter vielen dieser Unverträglichkeiten schon immer gelitten. Aber ich kannte es nicht anders, als dass immer irgendetwas weh tat.

Gesund ist eben für jeden anders. Hauptsache frisch, Hauptsache so biologisch angebaut wie möglich, Hauptsache individuell verträglich. Ganz egal, was der aktuell angesagte Ernährungsguru gerade vorschreibt.

Wenn Sie den Verdacht haben, dass auch Ihr Problem etwas mit dem Essen zu tun haben könnte, helfe ich Ihnen gern bei der Suche nach einer Lösung.

Rufen Sie mich unverbindlich an!

Ihre Andrea Fischer